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Barrierefreiheit im Bundestag?

Posted on Mittwoch, September 29, 2010 in Allgemein

Fast jeder Schüler in Deutschland besucht einmal im Laufe seiner Schullaufbahn den deutschen Bundestag in Berlin. Dieser Besuch soll den Schülern die Politik näher bringen und die Theorie, welche in Staatsbürgerkunde gelehrte, in der Praxis zeigen. Dieser Artikel soll einen kleinen Einblick in die Geschichte des Reichtstagsgebäudes geben und außerdem die behindertengerechte Ausstattung des Parlaments näher beleuchten.

Kurze Geschichte des Reichstagsgebäudes

In den Jahren 1884 bis 1894 wurde das Gebäude im sogenannten Stil der Neorenaissance erbaut, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 war es der Sitz des Reichstags des deutschen Kaiserreichs. In der Weimarer Republik war es ebenfalls Sitz des Parlaments bis zum Jahr 1933, als es zum mysteriösen Reichstagsbrand kam. Die Umstände, welche zu dem Brand führten, sind bis heute nicht zur Gänze aufgeklärt. Die NS-Diktatur beschuldigte rasch die Kommunisten und Juden der Brandstiftung, ohne je irgendwelche Beweise vorzulegen. Vieles spricht allerdings dafür, das die Nazis selbst die Brandstifter waren, Hermann Göring soll im kleinen Kreis später zugegeben haben, er sei der wahre Brandstifter und verglich sich in dieser Hinsicht mit dem antiken Kaiser Nero.

Auch während der totalitären Naziherrschaft war der Reichstag Sitz des Parlaments, obwohl das Parlament in der NS-Zeit ja bekanntlich keine wirkliche Funktion hatte und auf die Regierungsgeschäfte überhaupt keinen Einfluss nehmen konnte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war das Reichtstagsgebäude großteils zerstört, die hungernde Bevölkerung nutzte das Gelände sogar zum Anbau von Kartoffeln.

Erst nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde beschlossen, das künftig wieder Berlin und nicht mehr Bonn der Regierungs- und Parlamentssitz sein sollte. Seit 1999 ist das Reichstagsgebäude auch wieder der offizielle Sitz des Bundestages und der alle fünf Jahre zur Wahl des Bundespräsidenten zusammentretenden Bundesversammlung.

Einrichtungen für geh-, seh- und hörbehinderte Besucher

Doch wie sieht es eigentlich mit der Barrierefreiheit im Parlament aus? Ist das Gebäude auch für körperlich beeinträchtigte Personen wie etwa Rollstuhlfahrer ausgerichtet? Nachdem auch ein sehr prominentes Mitglied der Bundesregierung, Finanzminister Wolfgang Schäuble von der CDU, nach einem Anschlag im Jahr 1990 querschnittsgelähmt ist und auf den Rollstuhl angewiesen ist, sollte man eigentlich annehmen, der Bundestag sei behindertengerecht ausgestattet.

Der Bundestag ist nach eigenen Angaben grundsätzlich barrierefrei. Für Rollstuhlfahrer gibt es spezielle Rampen und Treppenlifte, sowie einen eigenen Behinderteneingang der sich auf der Westseite des Gebäudes befindet, der sogenannte Eingang West-C. Desweiteren gibt es Rollstühle, die ausgeliehen werden können. Für blinde Besucher gibt es eigene Ansagen in den Aufzügen sowie Unterlagen, die in Blindenschrift abgefasst sind, außerdem gibt es für sehbehinderte Besucher ein Tastmodell des Gebäudes und des Plenarsaals. Für Hörgeschädigte gibt es ab Gruppen von 10 Personen einen Dolmetscher, der die Reden in Gebärdensprache übersetzt. Außerdem gibt es spezielle Führungen für Blinde und sehbehinderte Besucher.

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